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Grußwort Schulpräsident Heinz Eberspächer, Schirmherr des Wettbewerbes Mathematik ohne Grenzen |
Liebe Gäste, als Schirmherr des Wettbewerbs „Mathematik ohne Grenzen“ 2010 im Regierungsbezirk Stuttgart begrüße ich die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer herzlich hier im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart. 276 Klassen haben in diesem Jahr am Wettbewerb teilgenommen. Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, habt in eurer Klassenstufe den 1., 2. oder 3. Platz belegt. Ich gratuliere euch zu dieser herausragenden Leistung! Ein herzliches Dankeschön gilt auch den Lehrerinnen und Lehrern, die euch gut vorbereitet, betreut und begleitet haben. Gemeinsam als Team habt Ihr in eurer Klasse erfolgreich knifflige mathematische Probleme gelöst und damit gezeigt, dass man auch in der Mathematik zusammen meist mehr erreicht, als ein einzelner, der allein am Schreibtisch sitzend mit Formeln und Gleichungen hantiert. Es ist schon etwas besonderes, auf diesem Weg, der charakteristisch für diesen Wettbewerb ist, zu mathematischen Lösungen zu kommen. Denn viele große Mathematiker sind, wenn wir den Geschichten, die über sie erzählt werden, Glauben schenken, zu Ihren Entdeckungen auf ganz andere Weise gelangt – nämlich allein, ungestört, abgeschieden vom Rest der Welt. Z.B. Archimedes, Mathematiker und Techniker im 3.Jahrhundert v. Ch. soll so gearbeitet haben. Hatte er dann die Lösung gefunden, teilte er dies seinen Mitmenschen durch den freudigen Ausruf „Heureka!“ – ich habs! – mit. Dem weltberühmten deutschen Mathematiker Carl Friedrich Gauß gelang 4 Wochen vor seinem 19. Geburtstag eine bedeutende Entdeckung: nämlich, dass man das regelmäßige 17-Eck (!) exakt mit Zirkel und Lineal konstruieren kann. Und wo kam ihm dieser Geistesblitz? Im Bett, vor dem Aufstehen. Dass er allerdings auch – wie erzählt wird - in der Hochzeitsnacht noch aus dem Bett aufgesprungen sein soll, um mathematische Formeln aufzuschreiben, müssen wir nicht glauben. Der französische Zahlentheoretiker André Weil hatte es dagegen sehr ungemütlich. Er saß 1940 in Rouen wegen des Vorwurfs der Kriegsdienstverweigerung in Untersuchungshaft. Allerdings konnte er dort ungestört arbeiten und schrieb in einem Brief an seine Frau: „Seit ich dich das letzte Mal gesehen habe, bin ich in meinen arithmetisch-algebraischen Forschungen ein gutes Stück vorangekommen und habe interessante Dinge entdeckt. Ich hoffe sogar, hier noch einige Zeit in Ruhe an dem Begonnenen weiterarbeiten zu können. Ich fange an zu glauben, dass nichts den abstrakten Wissenschaften förderlicher ist als das Gefängnis.“ Wie seine Frau den Brief aufgenommen und was Sie ihm geantwortet hat, ist nicht überliefert. Aber es gibt in der Tat auch andere Beispiele dafür, wie Mathematiker Lösungen finden. So wird z.B. von dem berühmten Schweizer Mathematiker Leonhard Euler berichtet, dass er konzentriert am Schreibtisch arbeiten konnte, während seine vielen Kinder (er hatte insgesamt 13!) auf seinem Rücken und zwischen seinen Beinen herumturnten. Dem polnischen Mathematiker Stefan Banach war Kaffee wichtig. Er saß mit seinen Kollegen und Studenten in einem Cafe in Lemberg und wälzte dort in langen Diskussionen – eine soll 17 (!) Stunden gedauert haben – Probleme und sie fanden Beweise! Einen höchst zeitgemäßen Versuch, ein mathematisches Problem zu lösen, unternahm der englische Mathematiker Tim Gowers aus Cambridge im vergangenen Jahr. Auf seiner Blog-Seite im Internet formulierte er ein spezielles Problem und lud alle, die ganze mathematische Communty, zur Zusammenarbeit ein. Seine Idee: Viele Mathematiker zusammen können sehr schnell sehr viele Ideen erzeugen, die zwar aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen, sich aber doch ergänzen können. Bereits nach 6 Wochen und mehr als tausend Einträgen und Kommentaren auf dem Blog war das Problem gelöst. Dieses Beispiel zeigt, genauso wie Eure Leistung im Wettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“: auch in der Mathematik zählt Teamarbeit . Vielleicht, liebe Schülerinnen und Schüler, ward ihr ja schon immer begeisterte Mathematiker und Problemlöser. Wenn nicht, so wünsche ich euch, dass ihr durch diesen Wettbewerb endgültig auf den Geschmack gekommen seid und euch das Interesse, ja die Begeisterung, mathematische Probleme anzugehen, auch in Zukunft erhalten bleibt. Und jetzt wünsche ich uns und euch spannende und erfolgreiche Wettkämpfe in der Endausscheidung. Nicht schließen möchte ich, ohne den Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitern, Referenten, Helferinnen und Helfern herzlich zu danken, die die Spielrunden gestaltet, die Korrekturarbeit, die Organisation, kurz den ganzen Wettbewerb und die heutige Veranstaltung mit allem was dazugehört vorbereitet und durchgeführt haben. Herrn Streif aus Ostfildern darf ich ohne andere zurück zu setzen dabei hervorheben. Herzlichen Dank! |
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